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descriptionZwei Hände
Obwohl eine typische Alterserkrankung, betrifft Parkinson auch immer öfter jüngere Menschen. Ursache ist letztendlich ein Mangel des Gehirnbotenstoffs Dopamin.
descriptionComputertomografie des Gehirns
Anfangs sind nur die Muskeln verspannt und die Hände ungeschickter. Später treten das typische Zittern auf, Haltungsänderung und Verdauungsstörungen.
descriptionHand zeichnet Figuren aufs Papier
Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber Verlauf und Symptome lassen sich mildern: mit speziellen Medikamenten, Physio-, Ergo- und Sprachtherapie.
descriptionAlter Mann fasst sich an die Stirn
Im Krankheitsverlauf können sich weitere körperliche und psychische Beschwerden entwickeln – vor allem Depressionen, Demenz und sexuelle Störungen.
descriptionTelefon mit großen Tasten
Wie lässt sich der Alltag mit Parkinson besser meistern? Tipps für Patienten und ihre Angehörigen. Dazu ein Test zur Parkinson-Früherkennung und wichtige Adressen.
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Parkinson - unterschiedlichste Anzeichen - eine Krankheit

Zitternde Hände, gebückte Haltung oder eingeschränkte Mimik - die Symptome bei Morbus Parkinson sind vielfältig. Allerdings treten diese typischen Anzeichen erst in einem relativ späten Stadium der Erkrankung auf. Verschiedene Möglichkeiten, wie bildgebende Verfahren oder medikamentöse Tests stehen dem Arzt zur Verfügung, um die Diagnose Morbus Parkinson zu sichern.

Im Überblick



Erste Symptome: Muskelverspannungen und Müdigkeit

Die Parkinson-Krankheit beginnt nicht immer mit ganz typischen Symptomen, sondern oftmals zunächst schleichend mit nicht charakteristischen Beschwerden. Betroffene klagen häufig über schmerzhafte Muskelverspannungen, die meistens einseitig auftreten und oft als rheumatische Beschwerden fehlinterpretiert werden. Häufig treten diese Beschwerden in der Schulter-Arm- bzw. in der Becken-Oberschenkel-Region auf. Bei anderen Parkinson-Patienten zeigt sich zunächst eine abnorme Ermüdbarkeit, einhergehend mit verminderter psychischer und physischer Belastbarkeit.

Erste Anzeichen können zudem feinmotorische Störungen der Hände sein. Diese Störungen zeigen sich zum Beispiel beim Zähneputzen, beim Zuknöpfen von Bekleidung oder auch beim Schreiben. Häufig fällt ein verändertes Schriftbild auf. Die Betroffenen haben zunehmend Schwierigkeiten, zwei Bewegungen gleichzeitig oder direkt nacheinander auszuführen. Das Gangbild verändert sich im Laufe der Zeit, die Schritte werden kleiner, in späten Phasen setzt oft ein regelrechter Tippelschritt ein.

Schon im Anfangsstadium der Krankheit können Parkinson-Patienten an Verstopfung leiden. Auch sind psychische Auffälligkeiten relativ häufig. Hierzu gehören eine Antriebsminderung sowie depressive Verstimmungen oder Schlafstörungen. Gelegentlich beginnt die Krankheit auch mit einer Störung des Geruchssinnes. Die Patienten können dann schon Jahre vor Ausbruch der typischen neurologischen Ausfälle nicht mehr oder nur schlecht riechen.
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Unbeweglichkeit ist typisch

Ein wichtiges Hauptsymptom der Parkinson-Krankheit ist eine zunehmende Unbeweglichkeit. Man spricht von einer Akinese, wenn eine vollständige Bewegungsunfähigkeit besteht. Hypokinese bedeutet, dass die Bewegungen kleiner als gewöhnlich ausfallen, und Bradykinese, dass sich die Bewegungsabläufe verlangsamen. Besteht die Verdachtsdiagnose Parkinson, müssen das Symptom Akinese sowie mindestens ein weiteres der Symptome Ruhetremor (Zittern), Rigor (Muskelsteifheit) oder posturale Instabilität (Haltungsstörung) bestehen.

Eigentlich sind bei Parkinson-Kranken vor allem verlangsamte und verminderte Bewegungen zu beobachten und selten eine vollständige Bewegungsunfähigkeit. Die Unbeweglichkeit ist für den Betroffenen meistens die stärkste Beeinträchtigung:
  • Die feinen Bewegungen sind beim Parkinson-Kranken deutlich verlangsamt, er kann Drehbewegungen nicht mehr problemlos durchführen, zum Beispiel beim Eindrehen einer Glühbirne oder beim Tippen mit dem Zeigefinger.
  • Oft tritt eine Schreibstörung auf, die ersten Buchstaben werden noch normal groß geschrieben, verkleinern sich aber zum Satzende hin, man nennt dies Mikrografie.
  • Betroffene entwickeln zudem eine Verarmung der spontanen Mimik (Hypomimie). Das Gesicht erscheint unbeweglich und ausdruckslos, fast maskenartig.
  • Typisch ist zudem eine verstärkte Talgproduktion, die das Gesicht salbenartig aussehen lässt.
  • Oft ist die Hypomimie ungleichmäßig ausgeprägt, der offen stehende Mund führt gemeinsam mit den Schluckstörungen zu einem verstärkten Speichelfluss.
  • Leise Sprache (Hypophonie): Das Sprechen ist erst im Verlauf beeinträchtigt, die Sprache wird leiser und rauer, insgesamt monoton.
  • Verwaschene Sprache (Dysarthrie): Im Verlauf kann die Artikulation sehr verwaschen und dadurch schwer verständlich werden. Der Sprechablauf kann zunächst blockiert sein, Betroffene beschleunigen dann enorm, nachdem sie erst einmal angefangen haben zu sprechen. Der Sprechablauf kann zudem durch den vermehrten Speichelfluss behindert sein.

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Gebeugte Haltung durch Muskelsteifheit

  • Muskelsteifheit (Rigor) ist typisch für die Parkinson-Krankheit. Durch die ständig erhöhte Grundspannung sowohl in den Streck- als auch den Beugemuskeln entsteht eine Steifigkeit der Gesamtmuskulatur, die bei passiver Bewegung – beispielsweise durch einen Therapeuten – als wächserner Widerstand auffällt. Aber auch der Betroffene selbst empfindet diese Steifigkeit. Die erhöhte Muskelspannung bleibt in jeder Bewegungsphase vorhanden und ist auch unabhängig von der Geschwindigkeit der Bewegung. Selbst in Ruhe kommt es zu keiner vollständigen Entspannung. Bei der Untersuchung spricht man von dem typischen „Zahnradphänomen" - bewegt ein Untersucher die Gelenke passiv, so wird der zähe Widerstand oft ruckweise unterbrochen, was sich wie das Einrasten eines Zahnrades anfühlt. Die Muskelsteifheit ist häufig mit Rückenschmerzen oder auch mit ziehenden Schmerzen im Schulter-Arm-Bereich verbunden. Auch kommt durch den Rigor die für Parkinson-Kranke typische Körperhaltung zustande: 
  • gebeugter Rumpf und Kopf
  • angewinkelte Ellenbogen- und Kneigelenke
  • gebeugte Fingergrundgelenke

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Tremor (Zittern)

Bei über der Hälfte aller Parkinson-Kranken ist der Tremor, das Zittern, das erste und auffälligste Symptom. Meistens beginnt es auf einer Körperseite in der Hand oder im Arm. Besonders sichtbar ist das Zittern, wenn der entsprechende Arm oder die Hand ruht, man spricht deshalb auch von einem Ruhetremor. Im Schlaf ist das Zittern nicht sichtbar. Bei manchen Betroffenen hält der Ruhetremor über Jahre an, ohne dass weitere parkinson-typische Symptome hinzukommen.

Sowohl bei geistiger als auch bei psychischer Anspannung wird der Ruhetremor grober. Damit wird er auch für Betroffene und Umwelt sichtbarer. Bei willkürlicher Anspannung der Muskulatur nimmt der Ruhetremor ab, insofern behindert er den Betroffenen weniger als ein Haltetremor. Auch kann bei der Parkinson-Krankheit ein Aktionstremor auftreten. Diese beiden Formen des Zitterns zeigen sich, wie die Namen schon sagen, entweder beim Halten von etwas oder bei einer Bewegung. Sie beeinträchtigen den Betroffenen viel mehr als ein Ruhetremor.
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Posturale Instabilität

Im Verlauf der Krankheit haben die Betroffenen zunehmend Schwierigkeiten, mit dem Gehen zu beginnen, das heißt sie entwickeln Startschwierigkeiten (Freezing). Zudem ist es schwer für sie, die Richtung zu ändern oder unvermittelt aus dem Gang anzuhalten. Sie bewegen sich nach dem Aufstehen mit kleinen Trippelschritten, meistens bessert sich dann das Gangbild nach einigen Schritten, es wird flüssiger und freier.

Insgesamt ist die Sturzgefahr bei Parkinson-Patienten recht hoch. Das Sturzrisiko wird verstärkt, wenn der Betroffene während des Gehens abgelenkt wird.

Zudem funktionieren die Stellreflexe (posturale Reflexe) bei Parkinson-Kranken nicht mehr richtig. Diese Reflexe dienen normalerweise dazu, passive Stöße gegen den Körper auszugleichen. Dies kann zum Beispiel in einer Menschenmenge ausgesprochen wichtig sein. Auch können bei Parkinson sogenannte Engpassschwierigkeiten auftreten. Der Betroffene kann bewegungsgehemmt sein, wenn er enge Stellen wie zum Beispiel Türrahmen passieren soll. Dies kann zum Beispiel auch auf der Toilette – häufig ein enger Raum – eintreten. Auch bereits leichte Erhöhungen des Fußbodens können ihm Schwierigkeiten bereiten.
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Begleitsymptome bei Morbus Parkinson

Schluckstörung und Speichelfluss
Viele Parkinson-Kranke empfinden den vermehrten Speichelfluss als besonders störend. Dieser kommt nicht durch eine verstärkte Speichelbildung zustande, sondern dadurch, dass die Betroffenen nicht richtig schlucken können. Die Speiseröhre transportiert Speichel und Nahrung verlangsamt ab, da sowohl die rhythmischen Bewegungen der Speiseröhre (Peristaltik) als auch das Öffnen des unteren Speiseröhrenverschlusses (Ösophagussphinkter) bei der Parkinson-Krankheit nicht richtig funktionieren. Die Ursache hierfür ist, dass im Verlauf der Erkrankung weitere Hirnregionen betroffen sind, die in Zusammenhang mit dem vegetativen Nervensystem stehen. Dieses Nervensystem steuert die unwillkürlichen Körperaktionen wie die Verdauung und das Schlucken.

Verdauungsstörungen
Sehr oft treten bei Parkinson-Kranken Völlegefühl, Sodbrennen und vorzeitiges Sättigungsgefühl auf, Ursache dafür ist eine verlangsamte Magenentleerung. Es lassen sich bei den Betroffenen Störungen im gesamten Ernährungstrakt von der Mundhöhle bis zum Darmausgang nachweisen, aber am unangenehmsten empfinden die Betroffenen die Verstopfung. Die Ursachen dafür sind vielseitig: Zusätzlich zu der nervlichen Regulationsstörung der Darmpassage können auch die beim Morbus Parkinson eingesetzten Anticholinergika diese Wirkung verstärken. Zudem trinken Parkinson-Kranke oft zu wenig und nehmen nicht ausreichend Ballaststoffe zu sich. Sie bewegen sich durch ihre körperlichen Einschränkungen kaum und spannen oft auch Bauch- und Beckenmuskulatur kaum an, all dies können Ursachen für die Verstopfung sein.

Blasenfunktionsstörungen

Bei mehr als der Hälfte aller Parkinson-Kranken treten im Verlauf der Erkrankung Blasenfunktionsstörungen (Harninkontinenz) auf, die durch mehrere Faktoren bedingt sind und sich in verschiedenen Formen der Harninkontinenz zeigen. Die Dranginkontinenz steht hierbei im Vordergrund. Die Betroffenen haben einen vermehrten Harndrang und müssen insbesondere nachts Wasser lassen. Häufig können sie dann pro Toilettengang nur wenig Urin ausscheiden, da ihnen auch der Gang zur Toilette sehr schwer fällt, kommt es häufiger zum Einnässen.

Kreislaufstörungen
Bei Parkinson-Kranken spielt als Kreislaufstörung vor allem die orthostatische Hypotonie eine Rolle: Beim Aufrichten aus dem Sitzen oder Liegen zum Stehen tritt ein starker Blutdruckabfall auf, der zu Schwarzwerden vor Augen mit Schwindel, Unwohlsein und Standunsicherheit führt. Die orthostatische Hypotonie kann beim Morbus Parkinson durch einen Bewegungs- und Flüssigkeitsmangel bedingt und zusätzlich durch die Medikamente selbst verursacht sein. Es wird aber auch diskutiert, ob dafür ein Zellverlust in bestimmten Hirnkernen mitverantwortlich ist. Die Neigung der Parkinson-Kranken zu einer orthostatischen Hypotonie steigt mit dem Schweregrad der Erkrankung.

Schlafstörungen
Schlafstörungen finden sich bei über 75 Prozent der Parkinson-Kranken, sie treten recht häufig in Kombination mit depressiven Verstimmungen auf. Die Betroffenen leiden meistens an Einschlaf- und Durchschlafstörungen. Es ist allerdings zu bedenken, dass Schlafstörungen generell häufiger bei älteren Menschen auftreten. Die Schlafstörungen bei Parkinson-Kranken können außerdem auch durch die Immobilität, nächtliche Krampfzustände oder medikamentös bedingt sein. Auch andere Symptome können als Störfaktoren wirken, so zum Beispiel die Unbeweglichkeit, mögliche unwillkürliche Bewegungen, Schwitzen oder vermehrter Harndrang. Unter dem vermehrten Harndrang leiden ca. 80 Prozent aller Betroffenen mit Schlafstörungen.
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Morbus Parkinson – Diagnostik

Die ersten Anzeichen der Parkinson-Krankheit können recht unspezifisch sein. Deshalb dauert es häufig ein bis zwei Jahre, bis die Erkrankung tatsächlich erkannt und auch richtig behandelt wird.
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Körperliche Untersuchung

Besonders die Körperhaltung, die fehlende Mitbewegung eines Armes, das gesamte Gangbild und manchmal auch eine eingeschränkte Mimik und Gestik helfen dem Arzt, die Diagnose zu stellen. Besteht der Verdacht auf Morbus Parkinson, sollten zahlreiche weitere körperliche Untersuchungen gemacht werden, um die Diagnose zu sichern.
  • Der Arzt kann das Zahnradphänomen prüfen und damit testen, ob der Betroffene einen Rigor hat: Bewegt ein Untersucher die Gelenke passiv, so wird der zähe Widerstand oft ruckweise unterbrochen, was sich wie das Einrasten eines Zahnrades anfühlt.
  • Den Tremor (Zittern) kann der Arzt auslösen, indem er den Betroffenen rechnen lässt, denn der Tremor wird durch geistige Anstrengung ausgelöst bzw. verstärkt.
  • Er kann eine Schriftprobe anfordern, mit der er die Akinese (Unbeweglichkeit) und Mikrografie testen kann und über den Schulterzugtest Haltungsstörungen abprüfen. Er untersucht damit die veränderten Reflexe, indem er den Patienten plötzlich an den Schultern nach hinten zieht oder von vorne stößt. Wichtig ist, dass hierbei zur Sicherheit eine Hilfsperson anwesend ist. Ein Gesunder kann den Zug oder Stoß in ein bis zwei Korrekturschritten ausgleichen, ein Parkinson-Kranker braucht mehrere Schritte zum Ausbalancieren.
  • Zudem führt der Arzt eine umfassende körperliche neurologische Untersuchung durch.
  • Auch eine Prüfung des Geruchssinns sollte dazugehören, da etwa 90 Prozent aller Betroffenen schon im Frühstadium an Riechstörungen leiden.

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Messungen

Es muss betont werden, dass die Parkinson-Krankheit klinisch diagnostiziert wird und mit apparativen Untersuchungsmethoden nicht bewiesen oder ausgeschlossen werden kann. Zusatzuntersuchungen können aber wichtige Informationen für die Einschätzung des weiteren Verlaufs geben.

Zunächst werden neurophysiologische Untersuchungen durchgeführt, hierzu gehören vor allem die Messung der Hirnströme (EEG). Eine elektromyografische Untersuchung des Tremors (Zittern) und bildgebende Verfahren können zusätzlich eingesetzt werden. Für die Tremoranalyse, die so genannte elektromyografische Untersuchung (EMG), werden dünne Nadeln in 2 oder mehrere Muskelpaare eingestochen, zum Beispiel Streck- und Beugemuskeln des Unterarms. Die Muskelaktivität wird während des Tremors über einen Elektromyografen (Aufzeichnungsgerät) abgeleitet. Damit kann man die für die Parkinson-Krankheit typische abwechselnde Anspannung von Beuge- und Streckmuskeln (Agonisten und Antagonisten) messen
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Bildgebende Verfahren

In der Magnetresonanztomografie (MRT) oder auch der Computertomografie (CT) kann man zwar nicht direkt die Parkinson-Krankheit nachweisen, man kann aber andere Krankheiten ausschließen, die ein ähnliches Beschwerdebild wie der Morbus Parkinson aufweisen.

Bei der sogenannten Positronen-Emissions-Tomografie (PET) kann mit einer radioaktiv markierten Substanz, zum Beispiel [18F] Dopa, die metabolische Störung im Striatum (dem beim Parkinson u.a. betroffenen Gehirnteil) quantitativ dargestellt werden. Bei diesem Verfahren wird das Gehirn Schicht für Schicht untersucht. Die radioaktiv markierte Dopaminsubstanz stellt bei Gesunden genau die Bereiche dar, in denen das Dopamin normalerweise gespeichert wird. Bei Parkinson-Kranken ist die Speicherung häufig unsymmetrisch und vor allem vermindert. Bislang ist diese Untersuchung noch sehr teuer, aber sie stellt schon im frühen Stadium der Parkinson-Krankheit gut den Dopaminmangel dar.

Die Single-Photon-Emissions-Computer-Tomografie (SPECT), die als J-123-FP-CIT-Szintigrafie (DaTSCAN-Szintigrafie) oder als J-123-IBZM-Szintigrafie durchgeführt wird, wird dazu genutzt, die Verteilung eines radioaktiv markierten Stoffes im Gehirn zu messen. Sie ist kostengünstiger, weniger aufwendig und weiter verbreitet als die PET. Mithilfe einer mit leicht radioaktivem Jod markierten Substanz (J-123-IBZM) können Dopaminrezeptoren dargestellt werden, die hinter dem Spalt zwischen zwei Nerven liegen (postsynaptisch). Mit der anderen Markersubstanz (J-123-FP-CIT) kann der Dopamintransporter vor dem Spalt (präsynaptisch) dargestellt werden.

Die PET-Untersuchung ist momentan eher wissenschaftlichen Fragestellungen vorbehalten, während die SPECT vor allem eingesetzt wird, wenn die Diagnose schwer abzugrenzen ist.



In erfahrener Hand kann die Transkranielle Sonografie angewendet werden, um schmerzlos und kostengünstig das Gehirn darzustellen.
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Medikamentöse Tests

Als medikamentöse Tests stehen der L-Dopa- und der Apomorphin-Test zur Verfügung.

Mit dem L-Dopa-Test wird das Ansprechen des Betroffenen auf L-Dopa getestet. Bei diesem Test wird eine recht hohe Einzeldosis L-Dopa als Tablette verabreicht (100–250 mg L-Dopa). Dabei wird der Zustand des Parkinson-Kranken vor der Einnahme und während der Wirkung getestet. Hierzu werden vorgegebene Skalen verwendet. Das Testergebnis ist positiv, wenn mindestens eine 20-30-prozentige Verbesserung in der Skala erreicht werden kann. Bei manchen Patienten führt dieser Test schon durch die einmalige Gabe von L-Dopa zu einem erhöhten Dyskinesierisiko. Deshalb ist man besonders bei jüngeren Betroffenen manchmal eher zurückhaltend mit dem Anwenden dieses Tests.

Alternativ kann der Apomorphin-Test benutzt werden. Hier erhält der Betroffene Apomorphin in die Haut injiziert. Nach 10–20 min sollte die Wirkung, das heißt eine Verbesserung der Parkinson-Symptome, eintreten. Dieses Mittel darf im Gegensatz zu L-Dopa nur bei besonderen Problemfällen der Parkinson-Krankheit zur Therapie angewendet, sonst nur zur Untersuchung verwendet werden.

Bei beiden Tests wird 1–2 Tage vor der Untersuchung Domperidon gegeben, welches durch den Test auftretende Magen-Darm-Störungen vermeiden helfen soll.
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Klinische Stadien und Krankheitsverlauf

Noch vor der Einführung der L-Dopa-Therapie haben Hoehn und Yahr 1967 eine Einteilung zu der Parkinson-Krankheit veröffentlicht. Hier die aktuelle modifizierte Version:
  • Im Stadium 0  zeigen sich keine Erkrankungsanzeichen.
  • Im Stadium 1 besteht nur eine geringe funktionelle Beeinträchtigung des Betroffenen bei einseitiger Symptomatik.
  • Im Stadium 1,5 zeigt sich eine einseitige und eine axiale Symptomatik.
  • Im Stadium 2 ist die Parkinson-Symptomatik beidseits ausgeprägt, die Betroffenen haben keine Gleichgewichtsstörungen.
  • Im Stadium 2,5 zeigt sich neben einer leichten beidseitigen Beteiligung ein Ausgleich im Zugtest, mit dem der Arzt die Standunsicherheit des Patienten prüft.
  • Im Stadium 3 zeigen sich erstmals gestörte Stellreflexe, die Kranken können aber noch unabhängig leben und sich eigenständig versorgen, man kann die Behinderung als schwach bis mäßig ausgeprägt bezeichnen.
  • Im Stadium 4 ist die Parkinson-Symptomatik voll entwickelt, Betroffene können noch gehen und stehen, sind aber schon deutlich behindert.
  • Im Stadium 5 ist der Parkinson-Kranke auf den Rollstuhl angewiesen, wenn er sonst keine direkte Hilfe bekommt, oder er ist sogar bettlägerig.
Die heutige Therapie kann zwar das Fortschreiten der Krankheit nicht verhindern, sie kann aber zusätzliche Komplikationen mindern und auch die Pflegeabhängigkeit hinauszögern. In den ersten drei bis fünf Jahren zeigt die Parkinson-Krankheit unter medikamentöser Therapie meistens einen guten Verlauf, man spricht deshalb auch von „honeymoon" (Flitterwochen). Durchschnittlich dauert es dann jeweils circa zwei bis fünf Jahre, bis der Patient das nächste Stadium erreicht.

In den meisten neuen klinischen Studien zur Parkinson-Krankheit wird heutzutage eine andere Skala verwendet, die UPDRS – Unified Parkinson`s Disease Rating Scale. Auch gibt es noch zahlreiche weitere Skalen, die in unterschiedlicher Weise Haupt- und Begleitstörungen der Parkinson-Krankheit erfassen.
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Alte Frau mit Schmerzen
© iStockphoto
Erste Symptome bei Morbus Parkinson: Die Betroffenen leiden häufig unter Beschwerden im Schulter-Arm-Bereich.
Schriftbild bei Mikropathie
© Deutsche Parkinson Vereinigung
Schreibstörungen: Häufig treten bei den Betroffenen Schreibstörungen (Mikrografie) auf.
Zwei Hände
© Deutsche Parkinson Vereinigung
Der Tremor, das Zittern der Hände: Über 25 Prozent der Betroffenen zeigen dieses Anzeichen. Typischerweise tritt der Tremor einseitig auf.
Frau im Bett
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Schlafstörungen: Über zwei Drittel der Betroffenen leiden darunter, häufig auch in Kombination mit depressiven Verstimmungen.
Computertomografie des Gehirns
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MRT-Bilder vom Gehirn: Sie können zwar Parkinson nicht nachweisen, andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen jedoch ausschließen.
Blisterpackungen mit Tabletten
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Spezielle Medikamente: Spricht der Patient auf sie an, kann man davon ausgehen, dass der Patient unter Morbus Parkinson leidet.