Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.
descriptionZwei Hände
Obwohl eine typische Alterserkrankung, betrifft Parkinson auch immer öfter jüngere Menschen. Ursache ist letztendlich ein Mangel des Gehirnbotenstoffs Dopamin.
descriptionComputertomografie des Gehirns
Anfangs sind nur die Muskeln verspannt und die Hände ungeschickter. Später treten das typische Zittern auf, Haltungsänderung und Verdauungsstörungen.
descriptionHand zeichnet Figuren aufs Papier
Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber Verlauf und Symptome lassen sich mildern: mit speziellen Medikamenten, Physio-, Ergo- und Sprachtherapie.
descriptionAlter Mann fasst sich an die Stirn
Im Krankheitsverlauf können sich weitere körperliche und psychische Beschwerden entwickeln – vor allem Depressionen, Demenz und sexuelle Störungen.
descriptionTelefon mit großen Tasten
Wie lässt sich der Alltag mit Parkinson besser meistern? Tipps für Patienten und ihre Angehörigen. Dazu ein Test zur Parkinson-Früherkennung und wichtige Adressen.
  • Schriftgröße normal
  • Schriftgröße mittel
  • Schriftgröße maximal

Parkinson im Alltag

Parkinson-Patienten können den Alltag leichter bewältigen, wenn sie gezielt etwas dafür tun. Dazu gehören die richtige Ernährung und Hilfsmittel für den Alltag. Mit dem Früherkennungstest können Sie Ihr Parkinson-Risiko abschätzen. Außerdem: praktische Tipps für Beruf, Hobby, Straßenverkehr, Reise und Adressen mit Hilfseinrichtungen für Patienten und Angehörige.

Im Überblick



Alltägliche Abläufe erfordern im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf beim Morbus Parkinson oft viel Übung und müssen dem jeweiligen Krankheitszustand immer wieder angepasst werden. Das beginnt beim alltäglichen Anziehen, bei den Bewegungen im Alltag, es betrifft aber zum Beispiel auch die Körperpflege. Betroffene müssen sich auf für sie erschwerte und zum Teil verlangsamte Abläufe einstellen, sollten sich allerdings nicht entmutigen lassen, ihre Selbstständigkeit so weit wie möglich zu erhalten. Das Nutzen von Hilfsmitteln sollte nicht bis zum spätmöglichen Zeitpunkt hinausgeschoben werden, kann es doch den Alltag vereinfachen und damit angenehmer machen.
↑ nach oben

Hilfsmittel bei Parkinson

Hilfsmittel sind genauso wie fremde Hilfe bei Parkinson-Patienten erst dann angebracht, wenn die Selbständigkeit recht weit aufgehoben ist. Erst gilt immer, die Selbstständigkeit so weit wie möglich zu erhalten. Entsprechend sollte zunächst innerhalb der Wohnung darauf geachtet werden, dass Stolperfallen wie schlecht verlegte Teppiche, Ecken und Kanten vermieden oder gegebenenfalls mit Plastikschonern abgerundet werden und die Wohnung insgesamt großzügig mit wenigen Engpässen eingerichtet wird.

Mehr zum Thema Wohnen im Alter

Sitzgelegenheiten sollten für den Parkinson-Patienten gut nutzbar sein. So erleichtert ein etwas erhöhter Stuhl mit Armlehnen dem Betroffenen das Aufstehen, ohne dass er dabei auf fremde Hilfe angewiesen sein muss. Beim Sitzen selbst ist es hilfreich, sich immer wieder aufzurichten, die Schultern nach unten zu ziehen, die Nackenmuskulatur durch leichtes Dehnen nach beiden Seiten zu lockern und insgesamt möglichst entspannt zu sitzen. Beim Aufstehen hilft es, zunächst an die Vorderkante des Stuhls zu rücken, die Beine möglichst nah an den Stuhl heranzuziehen und etwas breitbeinig aufzustellen, bevor man aufsteht.

Die Kleidung sollte möglichst aus Naturmaterialien bestehen, um recht häufig auftretende Temperaturregulationsstörungen auszugleichen. Versandhäuser können hier gegebenenfalls den Einkauf erleichtern. Das Ankleiden wird durch die Steifigkeit und die verminderte Geschicklichkeit im Verlauf der Parkinson-Krankheit schwerer. Betroffene sollten deshalb sowohl beim Waschen als auch beim Ankleiden in aller Ruhe auf einem Stuhl sitzen.

Beim Essen und Trinken können Betroffene Bestecke mit besonders festem und verbreitertem Griff verwenden. Mit Saugnäpfen lassen sich sowohl Küchenutensilien wie Kartoffelschäler aber zum Beispiel auch Eierbecher befestigen. Es gibt Randerhöhungen für Teller, die auf verschiedene Teller aufsteckbar sind und das Essen – zum Beispiel von Suppen – erleichtern können. Zum Trinken können Patienten  besonders große Tassen mit großem Henkel verwenden. Betroffene mit starkem Tremor sollten sie aus Vorsicht immer nur halbvoll füllen.

Als Hilfsmittel für Bad und Toilette haben sich insbesondere Haltegriffe bewährt, die das Ändern der Position innerhalb des Bades sehr erleichtern können. Ein erhöhter Toilettensitz erleichtert das Hinsetzen und Aufrichten, zudem kann ein Badelifter Sie in Ihre Badewanne setzen beziehungsweise auch beim Aufstehen daraus unterstützen.
↑ nach oben

Beruf und Hobby

Von dem Schweregrad und der Entwicklung der Krankheit hängt ab, ob und wie lange der Patient seinen erlernten Beruf weiter ausüben kann. Zur Einschätzung der Situation kann er Unterstützung bei der Deutschen Parkinson Vereinigung erbeten. Zudem sollte der behandelnde Arzt unbedingt in die Entscheidung mit eingebunden werden. Auch ein Rentenberater kann helfen. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit wird in Stufen von 0 bis 100 Prozent eingeschätzt, ebenso muss der Grad der Behinderung festgestellt werden. Einen Behindertenausweis kann sich der Betroffene beim zuständigen Versorgungsamt ausstellen lassen.

Hobbys sollte der Erkrankte möglichst beibehalten, einerseits um Fähigkeiten aufrechtzuerhalten und andererseits, um sozial eingebunden zu bleiben. Macht der Betroffene zum Beispiel gerne Gartenarbeit, so findet er spezielle Gartengeräte, die ihm seine Tätigkeit erleichtern können. Für Kartenspiele gibt es beispielsweise Spielkartenhalter, Kugelschreiber lassen sich für den Feingriff anpassen, es gibt ballonartige Griffverdickungen. Telefone sind mit besonders großen Tasten erhältlich.
↑ nach oben

Fahrtauglichkeit

Das Autofahren bedeutet auch für den Parkinson-Patienten den Erhalt von Mobilität, aber die Parkinson-Krankheit führt im Verlauf zu einer eingeschränkten Fahrtauglichkeit. Insofern sollten Menschen mit Morbus Parkinson zu ihrer eigenen Sicherheit und der anderer ihre Fahrtüchtigkeit immer wieder überprüfen beziehungsweise überprüfen lassen. Dies bietet zum Beispiel der TÜV an. Insbesondere Parkinson-Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Demenz stellen im Straßenverkehr eine erhebliche Gefahr dar. Insgesamt gibt es verschiedene Kriterien, die aus medizinischer Sicht wichtig für die Einschätzung der Fahrtauglichkeit sind: die motorische Beeinträchtigung, der Tremor, Phasen guter und schlechter Beweglichkeit, Dyskinesien und Dystonien, der Grad der Denk- und Wahrnehmungsstörungen, der Aufmerksamkeit und Konzentration, das allgemeine Reaktionsvermögen, mögliche Medikamentennebenwirkungen und das Fortschreiten der Erkrankung.
↑ nach oben

Reisen

Je nach Grad der bereits vorhandenen Behinderung müssen Parkinson-Patienten Reisen sehr sorgfältig planen. Extrem heiße, tropische Länder und Länder mit sehr kaltem, feuchtem Klima sollten sie als Reiseziele meiden. Wichtig ist, genügend Medikamente mitzunehmen und sich von seinem Arzt einen zusammenfassenden Krankheitsbericht geben zu lassen. Bei Auslandsaufenthalten sollte dieser entweder auf Englisch verfasst sein oder überwiegend medizinische Fachausdrücke enthalten, damit er auch für anderssprachige Ärzte gut verständlich ist. Bei Flugreisen mit Zeitverschiebung sollten die Betroffenen vorab mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, zu welcher Zeit sie ihre Medikamente am Urlaubsort einnehmen sollen. Weitere Informationen zu Reisen erhalten Sie entweder über die Deutsche Parkinson Vereinigung oder auch über den Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter.
↑ nach oben

Ernährung und Parkinson

Im Lauf der Parkinson-Erkrankung kommt es zu einer Degeneration der Nervenzellen im Gehirn und einem typischen Zittern. Die genauen Ursachen sind weitgehend unbekannt, man geht aber davon aus, dass auch bei dieser Erkrankung oxidativer Stress beteiligt ist. Obst und Gemüse enthalten Stoffe, die diesem oxidativen Stress entgegenwirken können. Daher scheint eine obst- und gemüsereiche Ernährung einen gewissen Schutz zu bieten.

Eine ausgewogene Ernährung unter Einhaltung der bekannten Maßnahmen wie vitamin- und ballaststoffreiche, fettarme (tierische Fette) Kost mit ausreichender Flüssigkeitsaufnahme ist empfehlenswert. Wissenschaftliche Beweise für eine besondere Anreicherung mit Vitaminen oder anderen Zusatzstoffen liegen derzeit nicht vor. Parkinson-Patienten sollten allerdings beachten, dass die Proteine einer eiweißreichen Mahlzeit im Darm mit dem Medikament L-Dopa um die Rezeptorstellen konkurrieren, weshalb sie das Medikament in einem Abstand zu den Mahlzeiten einnehmen sollten. Eine eiweißarme Ernährung ist jedoch ausdrücklich nicht empfehlenswert.
↑ nach oben

Selbsttest Morbus Parkinson - Frühsymptome selbst entdecken

Bei Patienten mit typischen Parkinson-Symptomen ist die Krankheit meist leicht zu diagnostizieren. Doch bestehen zum Zeitpunkt der Diagnose oft schon Frühsymptome, die eine frühere Diagnose und somit eine frühere Therapie möglich machen würden.

Der Ärztliche Beirat der Deutschen Parkinson Vereinigung hat eine Check-Liste mit möglichen Frühsymptomen des Krankheitsbildes herausgegeben:
    • Kommt es vor, dass Ihre Hand zittert, obwohl sie entspannt aufliegt?
    • Ist ein Arm angewinkelt und schlenkert beim Gehen nicht mit?
    • Haben sie eine nach vorne gebeugte Körperhaltung?
    • Haben Sie einen leicht schlurfenden Gang oder ziehen Sie ein Bein nach?
    • Haben Sie einen kleinschrittigen Gang und kommt es vor, dass Sie stolpern oder stürzen?
    • Leiden Sie an Antriebs- und Initiativemangel?
    • Haben Sie häufig Schmerzen im Nacken-Schultergürtel-Bereich?
    • Haben Sie bemerkt, dass Sie sich von Ihren Freunden und Angehörigen zurückziehen, dass Sie Kontakte meiden und zu nichts Lust haben?
    • Haben Sie Veränderungen in Ihrer Stimme bemerkt? Ist sie monotoner und leiser als früher oder hört sie sich heiser an?
    • Haben Sie eine Verkleinerung Ihrer Schrift bemerkt?
    • Leiden Sie an „innerem Zittern" oder „innerer Unruhe"?
    • Haben Sie Schlafstörungen?

Wenn Sie mehr als vier Fragen mit ja beantwortet haben, sollten Sie zur weiteren Abklärung einen Arzt kontaktieren.
↑ nach oben

Hilfreiche Adressen für Betroffene und Angehörige

Deutsche Parkinson Vereinigung

Die Deutsche Parkinson Vereinigung – kurz dPV – wurde 1981 gegründet und hat inzwischen über 20.000 Mitglieder. Sie ist eine Selbsthilfe-Vereinigung, die in zirka 500 Regionalgruppen und Kontaktstellen gegliedert ist. Patienten und ihre Angehörigen können Informationen austauschen und sich gegenseitig unterstützen.

Die Deutsche Parkinson Vereinigung gibt zahlreiche Broschüren heraus, mithilfe derer sich Betroffene und deren Angehörige umfassend informieren können. So gibt zum Beispiel die Broschüre „Parkinson – Medikamente auf einen Blick" eine gute Übersicht über die zahlreichen bei der Parkinson-Krankheit eingesetzten Medikamente. Das Besondere dabei ist, dass die Tabletten oder Kapseln vergrößert abgebildet sind, sodass die Erkrankten gut zuordnen können, welche ihrer Tabletten welches Medikament ist.

Die Deutsche Parkinson-Vereiningung startet in regelmäßigen Abständen die Kampagne „Hinsehen – Handeln – Helfen" zur Früherkennung der Parkinson-Krankheit. Sie gibt eine Checkliste heraus, die helfen soll, die Krankheit früher zu erkennen.
Weitere Informationen über die Deutsche Parkinson Vereinigung finden Sie im Internet unter http://www.parkinson-vereinigung.de

Kompetenznetz Parkinson

Ziel des Kompetenznetzes ist, die Forschungs- und Versorgungsaktivitäten bezüglich des Parkinson-Syndroms in Deutschland zu optimieren:
  • Es soll die Patientenversorgung verbessert werden,
  • die Forschung koordiniert und dabei optimiert werden,
  • schneller Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis und umgekehrt gewährleistet sein,
  • Forschung und Versorgung vernetzt werden,
  • Patienten, aber auch Ärzte und Studenten fort- und weitergebildet werden,
  • zentrale Datenbanken sollen für die Patientendaten, für Kosten- und Versorgungsforschung aufgebaut werden, dabei soll mit einheitlichen Dokumentationsstandards gearbeitet werden,
  • Gewebesammlungen sollen eingerichtet werden, die für die Forschung auf Zell- und Genebene Material zur Verfügung stellen.
Weitere Informationen über das Kompetenznetz Parkinson finden Sie im Internet unter http://www.kompetenznetz-parkinson.de/

Parkinsonambulanzen

Meistens werden spezielle Ambulanzen für Parkinson-Kranke unter dem Begriff „Ambulanz für Bewegungsstörungen“ geführt. Diese Ambulanzen sind überwiegend an große universitäre neurologische Kliniken angegliedert, manche Kliniken haben auch direkt eine Spezial-Sprechstunde für Parkinson-Syndrome. Der Schwerpunkt dieser Sprechstunden liegt insbesondere in der Früherkennung der Parkinson-Erkrankungen und in der diagnostischen Abgrenzung gegenüber anderen neurologischen Erkrankungen, die auch zu Bewegungsstörungen führen können, aber anders behandelt werden müssen. Erkrankte sollen hier individuell und kontinuierlich auf der Basis des neuesten Wissensstandes behandelt werden. Die Diagnostik kann effizient auf dem neuesten Stand der Technik durchgeführt werden.

Auch die physiotherapeutischen und persönlichen Aspekte der Parkinson-Patienten werden in solchen Ambulanzen im Auge behalten. Die Zusammenarbeit mit den ansässigen Regionalgruppen der Deutschen Parkinson Vereinigung ist meist intensiv.

Über manche Ambulanzen kann den Betroffenen auch die Tiefenhirnstimulation angeboten werden, meist in Zusammenarbeit mit der jeweiligen neurochirurgischen Klinik vor Ort.

Weitere Adressen

↑ nach oben

Haltegriffe im Bad
© Fotolia
Hilfsmittel, wie Haltegriffe an Badewanne und Toilette, erleichtern den Alltag der Erkrankten.
Spielkarten-Halter
© VMP Versand
Spielkartenhalter: Hobbys sollte der Erkrankte möglichst beibehalten. Spezielle Hilfsmittel ermöglichen dies: Für Kartenspiele gibt es beispielsweise spezielle Spielkartenhalter.
Telefon mit großen Tasten
© VMP Versand
Spezielle Telefone mit besonders großen Tasten erleichtern den Erkrankten den Alltag.
Verschiedene Früchte
© iStockphoto
Bei der Ernährung sollten Erkrankte mit Parkinson besonders viel Obst und Gemüse zu sich nehmen. Obst und Gemüse enthalten Stoffe, die der Degeneration der Nervenzellen im Gehirn entgegenwirken.